21.11.2013

Braunschweiger Zeitung: Auch Genossen dürfen jagen

Waidmännische Kompetenz vermutet man ja eher im konservativen Lager. In der vergangenen Wahlperiode bastelten CDU und FDP lange an einer Jagd mit Ehrengast Hans-Heinrich Sander (FDP und Landesumweltminister) im Nationalpark Harz. Wobei Sander nicht selbst zum Gewehr gegriffen, aber der Sache seinen Segen gegeben hätte, der Symbolwirkung wegen. Mit der Jagd ist es dann übrigens doch nichts geworden.

Nun sind allerdings auch die Sozialdemokraten endlich jagdpolitisch aktiv geworden. „Waidgenossen in der SPD" heißt der neue Zusammenschluss des Landtagsabgeordneten und „passionierten Jägers" Gerd Will. Die Teilnehmer des neuen Bundes wollten für eine gesicherte Zukunft der Jagd in ihrem Bundesland einstehen und kämpfen, hieß es nach der Gründungsversammlung in Hannover. Schließlich sei die Jagd eine über Jahrhunderte gewachsene Form extensiver Landnutzung und bedeutsamer Teil des Naturschutzes. Rund 60 Jäger mit SPD-Parteibuch sind bei den „Waidgenossen" zusammengeschlossen. Sprecher ist Thorsten Tellmann aus Hannover.

Genau so hatte das die CDU eigentlich auch immer gesehen. Will und Waidgenossen fürchten aber offenbar, dass unter der rot-grüner Regierung in Niedersachsen die Naturschutzverbände zu starke Einschränkungen etwa bei der Gänsejagd durchsetzen. Insbesondere Agrarminister Christian Meyer (Grüne) scheint ihnen kein herausgehobener Verfechter von Jagdinteressen zu sein. Meyer hat daraufhin noch einmal erklärt, nichts gegen die Jagd und Jäger zu haben. Es gehe nur um „Anpassungen" oder so ähnlich. Ist halt schwierig, wenn der Koalitionspartner nicht auf Linie ist. Denn Meyer beim Blattschuss im Forst kann man sich auch nicht recht vorstellen. Bei der CDU heißt es, die Gründung der Waidgenosssen sei eine gute Sache - von Jäger zu Jäger sozusagen. Vorsitzender der Landesjägerschaft ist ein CDU-Landtagsabgeordneter, Helmut Dammann-Tamke. Da muss die SPD noch ran.