11.06.2014

Interview Wild und Hund: „Meyer ist ein grüner Fundi“

WuH:

Herr Tellmann, wo sind die niedersächsischen „Waidgenossen" anzusiedeln?

 

Tellmann:

Wir haben kein offizielles Mandat der Partei (SPD), sind aber gut vernetzt und werden gehört. Wir repräsentieren keine elitäre Jagd, sondern die breite Masse der Jäger, und zwar beruflich und gesellschaftlich.

 

WuH:

Wie beurteilen Sie die Jagdpolitik von Christian Meyer, dem Landwirtschaftsminister Ihres grünen Koalitionspartners?

 

Tellmann:

Minister Meyer steht grundsätzlich zur Jagd. Einige Dinge wird er sicherlich anpassen. Mir fehlt in seinen Aus-führungen allerdings eine gewisse Verbindlichkeit.

 

WuH:

Schon jetzt zeichnet sich mit den geplanten Einschränkungen der Gänsejagd im nordwestlichen Niedersachsen bereits ein handfester Konflikt ab. Wie ist Ihre Position dazu?

 

Tellmann:

Wir sind gegen eine Vollschonung der Gänse auf großer Fläche. Das darf nicht passieren. Wir haben aber auch das Ge-fühl, hier ernst genommen zu werden. Ich glaube nicht, dass Meyer da an uns vorbeikommt. Allerdings ist Meyer ein grüner Fundi. Da ist es schwierig abzuschätzen, was am Ende raus-kommt. Vertrauen muss eben auch wachsen.

 

WuH:

Wie schätzen Sie Ihren Einfluss auf die niedersächsische Jagdpolitik ein?

 

Tellmann:

Wir haben vor, uns als Fachleute dauerhaft in die jagdpolitische Diskussion einzubringen und wollen versuchen, konstruktiv auf den Minister einzuwirken. Und das werden wir schaffen. Doch eins werden wir auf keinen Fall machen: die Koalition in irgendeiner Weise in Gefahr bringen.